Wenn der Kopf nicht abschalten will
Du kennst das vielleicht. Du liegst im Bett, der Körper ist müde, aber dein Kopf rast. Gedanken springen hin und her, du drehst dich von einer Seite auf die andere, und irgendwann schaust du auf das Handy, drei Uhr nachts. Genau das ist der Alltag von sehr vielen Menschen, eventuell auch von dir? Stress auf der Arbeit, in der Beziehung, Ängste um die Zukunft oder andere Gedanken hintern dich am einschlafen… Doch sind es nur diese Gedanken die deinen Schlaf blockieren oder könnte es auch an etwas anderem liegen?
Ich bin kein Arzt und verschreibe hier auch nichts. Aber ich bin jemand, der sich intensiv mit Nährstoffen beschäftigt sowohl für sich selbst als auch für die Produkte, die wir entwickeln. Und dabei bin ich immer wieder auf ein Mineralstoff gestoßen, der in fast jedem Gespräch um Schlafqualität auftaucht. Die Rede ist von Magnesium, einem der wichtigsten Mineralstoffe für unseren Körper.
In der Bevölkerung scheint die Idee, dass Magnesium beim Schlaf helfen könnte, weit verbreitet zu sein. Es gibt unzählige Menschen, die abends eine Kapsel oder ein Glas Pulver zu sich nehmen und berichten, dass sie sich erholsamer fühlen. In einer populationsbasierten Querschnittsstudie mit über 3.000 Erwachsenen fanden Zhang Y et al. (2022, Sleep, PMID: 34883514) tatsächlich einen Zusammenhang zwischen höherer Magnesiumaufnahme über die Ernährung und besserer Schlafqualität sowie längerer Schlafdauer. Das ist natürlich eine Beobachtungsstudie, sie beweist keine Ursache und Wirkung. Aber sie zeigt, dass die Idee nicht aus der Luft gegriffen ist.
Schlafprobleme sind ein massives Thema in unserer Gesellschaft. Etwa jeder Dritte klagt gelegentlich über Schlafstörungen, und für viele wird es zu einem chronischen Zustand. Die Ursachen sind vielfältig: Stress, Bildschirmnutzung bis spät in den Abend, Koffein am Nachmittag, Sorgen, hormonelle Veränderungen. Oft ist es nicht eine einzelne Ursache, sondern eine Kombination aus mehreren Faktoren. Und genau hier wird es spannend, denn Magnesium ist ein Mineralstoff, der in mehrere dieser Ursache-Wirkungs-Ketten eingreifen könnte.
Was sagt die Wissenschaft zum Thema?
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 (Arab A et al., 2023, Biol Trace Elem Res, PMID: 35184264) untersuchte die verfügbare Literatur zur Rolle von Magnesium in der Schlafgesundheit und kam zu dem Schluss, dass es Hinweise auf einen positiven Zusammenhang gibt, die Studienlage aber gemischt ist. Eine frühere Meta-Analyse von Mah J et al. (2021, BMC Complement Med Ther, PMID: 33865376) hatte speziell ältere Erwachsene mit Schlafproblemen im Fokus und fand vielversprechende Effekte. Beide Arbeiten betonen jedoch, dass mehr hochwertige Studien nötig sind.
Bei der Produktentwicklung bei Naturalie haben wir gelernt, dass viele Menschen gezielt nach Magnesium fragen, wenn es um Entspannung und Schlaf geht. Das hat mich dazu gebracht, die wissenschaftliche Literatur genauer zu studieren und zu verstehen, was eigentlich hinter diesem Mineralstoff steckt. Und ich muss sagen, die Mechanismen sind faszinierend, auch wenn die klinische Evidenz noch nicht für jede Behauptung ausreicht.
Was ist Magnesium?
Magnesium ist ein essentielles Mineral, das dein Körper nicht selbst herstellen kann. Du musst es also über die Nahrung oder gegebenenfalls über Ergänzungen aufnehmen. Es ist an über 300 biochemischen Reaktionen im Körper beteiligt, von der Energieproduktion über die Muskelfunktion bis hin zur Nervenreizleitung. Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, kannst du dir unseren ausführlichen Beitrag zum Thema Magnesium durchlesen, in dem ich alle Grundlagen detailliert erkläre.
Für den Kontext Schlaf ist vor allem ein Aspekt besonders relevant. Magnesium spielt eine Rolle bei der Regulation des zentralen Nervensystems und der Muskelentspannung. He C et al. (2025, Nat Sci Sleep, PMID: 41116797) beschreiben in ihrer Arbeit über die Mechanismen von Magnesium bei Schlafstörungen, dass der Mineralstoff an der Regulation von Neurotransmittern beteiligt sein könnte, die für die Schlaf-Wach-Steuerung wichtig sind. Konkret geht es unter anderem um die Bindung von GABA, einem hemmenden Neurotransmitter, der das Nervensystem gewissermaßen „beruhigt”. GABA ist derselbe Botenstoff, auf den auch viele Schlafmittel abzielen. Magnesium könnte auf natürliche Weise die Aktivierung von GABA-Rezeptoren unterstützen, was plausibel erklären würde, warum manche Menschen nach der Einnahme entspannter wirken.
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die mögliche Rolle von Magnesium bei der Regulation von Melatonin, dem Hormon, das unseren Schlaf-Wach-Rhythmus steuert und deshalb auch oft als das “Schlafhormon” bezeichnet wird. Eine Arbeit von Carlos RM et al. (2024, Chronobiol Int, PMID: 38745424) untersuchte die Effekte eines Supplements, das Melatonin und Magnesium kombinierte, bei Menschen mit Schlafstörungen und sah Verbesserungen in den Schlaf-Werten. Das lässt vermuten, dass eine Kombination mehrerer schlafrelevanter Faktoren sinnvoller sein könnte als die isolierte Betrachtung eines einzelnen Nährstoffs, aber das ist spekulativ und muss weiter erforscht werden.
Bioverfügbarkeit und Formen — warum nicht jedes Magnesium gleich ist
Nicht jedes Magnesiumpräparat ist gleich. Es gibt verschiedene Verbindungen — Citrat, Glycinat, Oxid, Malat, Taurat und viele mehr, die sich in ihrer Aufnahmefähigkeit (Bioverfügbarkeit) unterscheiden können. Ich habe schnell gemerkt das es nicht die “eine” Form gibt und das diese Unterschiede für viele Verbraucher verwirrend sind und oft pauschale Aussagen gemacht werden, die so nicht stimmen. So wird Magnesiumoxid oft als „schlecht aufnehmbar” abgetan, obwohl die Studienlage deutlich differenzierter ist. Eine viel zitierte Untersuchung von Schuette et al. (2017, Journal of Parenteral and Enteral Nutrition, DOI: 10.1177/0148607116677752) zeigte beispielsweise, dass Magnesiumoxid eine vergleichbare Bioverfügbarkeit wie Magnesiumcitrat aufweisen kann, ein Ergebnis, das viele überrascht.
Die Wahl der Form kann aber trotzdem eine Rolle spielen, besonders wenn es um spezifische Anwendungsgebiete wie Schlaf geht. Magnesiumbisglycinat ist an die Aminosäure Glycin gebunden, und Glycin selbst wird in der Schlafforschung als möglicher schlaffördernder Faktor diskutiert. Eine aktuelle randomisierte kontrollierte Studie untersuchte die Wirkung von Magnesiumbisglycinat bei gesunden Erwachsenen mit selbst berichteten Schlafproblemen und sah nach 14 Wochen tendenzielle Verbesserungen (Schuster J et al., 2025, Nat Sci Sleep, PMID: 40918053). Die Ergebnisse waren statistisch jedoch nicht eindeutig, was zeigt, dass weitere Forschung nötig ist, um die klinische Relevanz zu beurteilen.
Die Verbindung von Magnesium mit der Aminosäure Glycin könnte theoretisch doppelt profitieren. Das Magnesium für die Nervenfunktion und das Glycin als Botenstoff im zentralen Nervensystem. Das ist allerdings eine Überlegung, nicht eine bewiesene Tatsache. Dennoch kann es sich sogar lohnen beides miteinander zu Kombinieren. Persönliche nehme ich am Abend, zwei Kapseln unseres Magnesium Gold Komplexes ein plus dazu noch 5-7 Gramm L-Glycin und schlafe damit sehr gut.
Eine andere Studie mit Magnesium-L-Threonat, einer Form die speziell die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, berichtete Verbesserungen der Schlafqualität und der Tagesleistungsfähigkeit (Hausenblas HA et al., 2024, Sleep Med X, PMID: 39252819). Das ist spannend, weil es Hinweise darauf gibt, dass nicht nur die Menge an Magnesium wichtig sein könnte, sondern auch die spezifische Form für den jeweiligen Zweck. Problem bei dieser Form, sie ist sehr teuer und man benötigt hohe Mengen für eine gute Wirkung.
Anwendung & Dosierung: So nutzt du Magnesium für besseren Schlaf
Stell dir vor, du stehst in der Apotheke oder schaust online nach Magnesium-Präparaten. Dosierungen zwischen 100 und 400 Milligramm überall. Welcher Wert ist jetzt richtig? Und wann solltest du es eigentlich einnehmen? Bei der Produktentwicklung bei Naturalie habe ich gelernt, dass genau hier die größte Verunsicherung beginnt. Die Wahrheit ist: Es gibt keine universell gültige Dosis, aber es gibt sehr wohl studienbasierte Richtwerte, an denen du dich orientieren kannst.
Die richtige Dosierung finden
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für erwachsene Männer etwa 350 mg Magnesium pro Tag, für Frauen rund 300 mg. Das ist der Referenzwert für die normale Nährstoffversorgung. In den Schlafstudien wurden jedoch teils deutlich andere Dosierungen untersucht. Abbasi B et al. (2012, J Res Med Sci, PMID: 23853635) verwendeten in ihrer doppelblinden placebokontrollierten Studie bei älteren Erwachsenen mit Ein- und Durchschlafproblemen 320 mg Magnesiumoxid — also genau im Bereich der DGE-Empfehlung. Nach acht Wochen konnte eine Verbesserung verschiedener Schlafparameter beobachtet werden.
Spannend ist auch die Arbeit von Nielsen FH et al. (2010, Magnes Res, PMID: 21199787), die Erwachsene über 51 Jahre mit schlechter Schlafqualität untersuchte. Hier erhielten die Teilnehmer über einen längeren Zeitraum eine magnesiumreiche Supplementierung, und die Daten deuteten auf eine Verbesserung der Schlafqualität und möglicherweise auf eine Verringerung von Entzündungsmarkern hin. Wichtig dabei: Die Dosierung lag bei etwa 320 mg bei Männern und 268 mg bei Frauen — also wieder in einem moderaten Bereich. Massive Überdosierungen waren in keiner der Studien nötig, um Effekte zu sehen.
Ganz so einfach ist es jedoch nicht, wie eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 (Mah J et al., 2021, BMC Complement Med Ther, PMID: 33865376) zeigte. Die Autoren analysierten drei klinische Studien mit insgesamt 151 Teilnehmern und fanden zwar eine signifikante Reduktion der Einschlaflatenz, also der Zeit bis zum Einschlafen, um im Median etwa 17 Minuten. Aber die Schlafqualität und Gesamtschlafdauer verbesserten sich nicht signifikant. Ein ähnliches Bild zeichnete die Übersichtsarbeit von Arab A et al. (2023, Biol Trace Elem Res, PMID: 35184264), die drei Studien auswertete und eine signifikante Erhöhung der Schlafdauer um etwa 16 Minuten fand, jedoch keine signifikante Verbesserung der Schlafqualität. Die Forschung zeigt also Tendenzen, ist aber noch nicht eindeutig genug für feste klinische Empfehlungen.
| Kriterium | Richtwert / Empfehlung |
|---|---|
| DGE-Referenz (Erwachsene) | 300–350 mg/Tag |
| Typische Studien-Dosis | 268–320 mg/Tag |
| Maximal sichere Dosis (EFSA) | 250 mg/Tag aus Supplementen |
| Empfehlene Einnahme | 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen |
| Kombination mit | Vitamin B6, Melatonin, Glycin(nach Rücksprache) |
Was lerne ich daraus für die Praxis? Du musst nicht gleich mit 600 oder 800 mg starten. Eine moderate Dosis im Bereich von 200 bis 300 mg, idealerweise in einer organischen Bindungsform wie Bisglycinat oder Citrat, scheint ein sinnvoller Ausgangspunkt zu sein. Und bitte: Konjunktiv ist hier wichtig. Magnesium könnte den Schlaf positiv beeinflussen, es kann die Einschlafzeit reduzieren, es ist aber kein Schlafmittel und kein Wundermittel. Es ist ein Baustein, kein komplettes Fundament. Bitte erwarte auch in den ersten Tagen der Einnahme keine Wunder, es ist kein Medikament und braucht Zeit zu wirken, gerade wenn deine Magnesiumspeicher nicht gerade optimal gefüllt sind.
Der optimale Einnahmezeitpunkt
Hier wird es richtig praktisch. Wann solltest du dein Magnesium einnehmen, wenn es um den Schlaf geht? Die Logik sagt: am Abend. Aber was sagen die Daten? Eine Kombinationsstudie von Carlos RM et al. (2024, Chronobiol Int, PMID: 38745424) untersuchte ein Supplement aus Melatonin und Magnesium und fand nach 12 Wochen Verbesserungen in den Schlaf-Scores der Teilnehmer. Die Einnahme erfolgte dabei am Abend, was plausibel erscheint, da beide Wirkstoffe potenziell schlaffördernde Eigenschaften hätten könnten.
Aus biochemischer Perspektive macht eine abendliche Einnahme Sinn, weil Magnesium an der Regulation des circadianen Rhythmus beteiligt sein könnte. He C et al. (2025, Nat Sci Sleep, PMID: 41116797) beschreiben in ihrem Review Mechanismen, wie Magnesium möglicherweise die Funktion des zentralen Nervensystems im Kontext von Schlaf regulieren könnte. Eine konkrete Einnahmezeit wurde jedoch in den meisten Studien nicht systematisch variiert, weshalb wir hier auf theoretische Überlegungen angewiesen sind.
Mein Tipp? Nimm es etwa 1 bis 2 Stunden vor dem Schlafengehen ein. Nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen, weil die Aufnahme etwas Zeit braucht, aber auch nicht schon nachmittags, weil du den möglichen entspannenden Effekt für den Abend nutzen möchtest. Wenn du Magnesium auf nüchternen Magen nicht gut verträgst, was bei manchen Formen wie Citrat zu leichten Magen-Darm-Beschwerden führen kann, dann nimm es mit einer kleinen Mahlzeit ein. Das verlangsamt zwar die Aufnahme minimal, verbessert aber die Verträglichkeit deutlich. Solltest du einen Magnesium-Mangel haben, dann kann auch eine zusätzliche Einnahme am Tag sinnvoll sein. Wie gesagt kommt es immer auf deine individuellen Gegebenheiten an!
Sinnvolle Kombinationen
Magnesium muss nicht immer solo kommen. In der Praxis haben sich bestimmte Kombinationen bewährt, die synergistisch wirken könnten. Die Kombination mit Vitamin B6 ist ein Klassiker, weil B6 die Funktion des Nervensystems unterstützen kann und am Aminosäurestoffwechsel beteiligt ist. Auch Zink wird manchmal kombiniert, weil es ebenfalls eine Rolle im Stoffwechsel spielen könnte.
Die bereits erwähnte Studie von Carlos RM et al. (2024, Chronobiol Int, PMID: 38745424) zeigte, dass eine Kombination aus Melatonin und Magnesium in einem speziellen Darreichungssystem nach 12 Wochen die Schlaf-Scores verbessern konnte. Das ist deshalb interessant, weil Melatonin als „Schlafhormon” bekannt ist und die Kombination mit Magnesium theoretisch über komplementäre Mechanismen wirken könnte. Eine solche Kombi haben wir zum Beispiel in unserem Ashwapro eingebaut.
Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination verschiedener Magnesium-Quellen. Stell dir vor, du kombinierst Bisglycinat für die abendliche Entspannung mit Citrat für die allgemeine Versorgung. Das ist kein wissenschaftlich belegter Ansatz, aber in der Praxis wird so etwas gemacht. Eine weitere Kombination, die Rawji A et al. (2024, Cureus, PMID: 38817505) in ihrem Review ansprechen, ist die mögliche Verbindung zwischen Angstzuständen und Schlafqualität. Wenn hier Magnesium unterstützt, könnte das indirekt auch den Schlaf begünstigen. Aber auch hier gilt: Es sind Tendenzen, keine Beweise.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Lass uns über die Dinge sprechen, die oft schiefgehen. Denn zwischen Theorie und Praxis liegt bekanntlich eine ganze Menge. Ein Fehler, den ich immer wieder sehe, ist die Erwartungshaltung. Menschen kaufen Magnesium, nehmen es zwei Abende — und erwarten Wunder. Wenn dann nichts passiert, landet das Glas im Schrank. So funktioniert das nicht. Die Studien, in denen tendenzielle Verbesserungen beobachtet wurden, liefen über Wochen oder Monate. Nielsen FH et al. (2010, Magnes Res, PMID: 21199787) etwa supplementierte über einen längeren Zeitraum, und auch die Studie von Abbasi B et al. (2012, J Res Med Sci, PMID: 23853635) erstreckte sich über acht Wochen. Geduld ist also der erste Schlüssel, gib dem ganzen Zeit zu wirken, es ist ein Marathon, kein Sprint.
Ein weiterer Klassiker: Magnesium wird auf einmal in sehr hoher Dosis eingenommen. Ich spreche von 500 mg oder mehr in einer einzigen Dosis. Das Problem? Ab einer bestimmten Menge kann Magnesium osmotisch wirken und weichenden Stuhl verursachen. Das ist nicht gefährlich, aber unangenehm und führt oft dazu, dass Menschen die Supplementierung abbrechen. Besser ist es, die Dosis aufzuteilen auf morgens und abends oder mit einer niedrigen Dosis zu starten und langsam zu steigern.
Vernachlässigt wird auch der Blick auf die Ernährung. Wenn du bereits magnesiumreich isst, also Nüsse, Samen, dunkles Blattgemüse, Vollkornprodukte, etc., brauchst du möglicherweise weniger supplementiertes Magnesium als jemand, der sich überwiegend von verarbeiteten Lebensmitteln ernährt. Khalid S et al. (2024, Front Endocrinol (Lausanne); PMID: 39534260)) untersuchten Patienten mit Diabetes und fanden, dass eine Kombination aus Magnesium- und Kalium-Supplementierung die Insulin-Sensitivität beeinflussen könnte, was wiederum mit dem Schlaf zusammenhängen könnte. Ein Hinweis darauf, dass der Gesamtstoffwechsel eine Rolle spielt und nicht nur die isolierte Supplementierung.
Dann gibt es noch den Fehler mit der falschen Form. Oxid ist nicht per se schlecht, wie wir besprochen haben. Aber wenn du eine Form wählst, die für deinen Zweck suboptimal ist, etwa ein reines Oxid-Präparat, wenn du eigentlich die potenziellen Vorteile von Bisglycinat nutzen möchtest, dann erreichst du vielleicht nicht den Effekt, den du dir erhoffst. Wähle gezielt, basierend auf deinem Ziel. Für den Schlaf scheint Bisglycinat wegen des Glycin-Anteils theoretisch die interessanteste Wahl zu sein, auch wenn die klinische Evidenz, wie Schuster J et al. (2025, Nat Sci Sleep, PMID: 40918053) zeigten, noch gemischt ist. Genau aus diesem Grund macht auf oft die Einnahme eines Magnesium Komplex Sinn, da hier mehrere Formen kombiniert werden und so von den einzelnen Formen und deren potentiellen Vorteilen profitieren kannst.
Last but not least: Bitte sprich mit deinem Arzt, wenn du Medikamente einnimmst. Magnesium kann die Aufnahme bestimmter Antibiotika (Tetrazykline, Chinolone) und Osteoporose-Medikamente (Bisphosphonate) reduzieren. Ein Abstand von 2–3 Stunden zwischen Magnesium und diesen Medikamenten ist ratsam. Auch bei Nierenproblemen solltest du vorher ärztlichen Rat einholen, da die Magnesiumausscheidung über die Nieren erfolgt.
Sicherheit: Nebenwirkungen & Wechselwirkungen
Magnesium ist eines der am besten verträglichen Nahrungsergänzungsmittel überhaupt — vorausgesetzt, du hältst dich an die empfohlenen Dosen. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die du kennen solltest, damit die Supplementierung reibungslos verläuft und du nicht von unerwünschten Effekten überrascht wirst.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Die häufigsten unerwünschten Wirkungen betreffen den Magen-Darm-Trakt. Bei höheren Einzeldosen, besonders von Magnesiumoxid und -citrat, kann es zu weichem Stuhl, Blähungen oder leichtem Durchfall kommen. Das liegt an der osmotischen Wirkung dieser Formen im Darm und ist in der Regel harmlos — verschwindet aber, sobald du die Dosis reduzierst oder aufteilst. Eine Meta-Analyse von Mah J et al. (2021, BMC Complement Med Ther, PMID: 33865376) untersuchte Magnesium bei älteren Erwachsenen mit Schlafstörungen und kam zu dem Schluss, dass die Verträglichkeit insgesamt gut war, mit milden gastrointestinalen Beschwerden als häufigster Nebenwirkung. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 (Arab A et al., 2023, Biol Trace Elem Res, PMID: 35184264) kam zu einem ähnlichen Schluss und bestätigte das günstige Sicherheitsprofil von oralem Magnesium.
Auch in klinischen Studien an spezifischen Populationen zeigte sich eine gute Verträglichkeit. In der placebokontrollierten Studie von Abbasi B et al. (2012, J Res Med Sci, PMID: 23853635) an älteren Erwachsenen mit primärer Insomnie traten keine signifikanten Unterschiede in den Nebenwirkungen zwischen Magnesium- und Placebogruppe auf. Die Daten, die Saba S et al. (2022, Magnes Res, PMID: 36354243) bei Patienten nach offener Herzoperation erhoben, zeigten ebenfalls ein vertretbares Sicherheitsprofil der kurzzeitigen Magnesiumsupplementation. Und Rawji A et al. (2024, Cureus, PMID: 38817505) fanden in ihrem systematischen Review zu Magnesium, Angst und Schlafqualität keine ernsthaften Sicherheitsbedenken bei angemessener Dosierung.
Wechselwirkungen und Kombinationen
Wenn du Melatonin zusätzlich einnimmst, scheint eine Kombination mit Magnesium gut verträglich zu sein, wie Carlos RM et al. (2024, Chronobiol Int, PMID: 38745424) in ihrer Studie an gesunden Erwachsenen mit Schlafstörungen zeigen konnten. Zu den bereits erwähnten Wechselwirkungen mit bestimmten Antibiotika und Osteoporose-Medikamenten kommt ein wichtiger Punkt hinzu: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich Magnesium im Körper anreichern, da die Ausscheidung primär renal erfolgt. Hier ist besondere Vorsicht geboten, und du solltest vor einer Supplementierung unbedingt ärztlichen Rat einholen.
Bei Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft, Stillzeit oder Vorerkrankungen vor der Anwendung einen Arzt oder Heilpraktiker konsultieren.
Was unsere Magnesium-Produkte ausmacht
Als Gründer von Naturalie habe ich in den letzten Jahren viele Magnesiumpräparate analysiert, die Datenblätter sowie einige im eigenen Körper. Was mich dabei immer wieder gestört hat: viele Produkte auf dem Markt enthalten zwar Magnesium, aber in Formen oder Dosierungen, die für den konkreten Anwendungsfall suboptimal sind, oder sie sind mit Füllstoffen beladen, die dort nichts zu suchen haben. Genau deshalb habe ich mich entschieden, eigene Produkte zu entwickeln.
Hier ein ehrlicher Vergleich unserer Magnesium-Formen mit gängigen Alternativen:
| Kriterium | Naturalie Magnesium Bisglycinat | Generisches Magnesiumoxid | Generisches Magnesiumcitrat |
|---|---|---|---|
| Bindungsform | Bisglycinat (organisch) | Oxid (anorganisch) | Citrat (organisch) |
| Elementares Mg pro Tagesdosis | Hoch, transparent deklariert | Mittel, oft ungenau angegeben | Mittel bis hoch |
| Laborgeprüft (Schwermetalle, Reinheit) | Ja, jede Charge, unabhängiges Labor | Selten oder nicht nachvollziehbar | Selten oder nicht nachvollziehbar |
| Zusatzstoffe | Clean Label, minimal | Häufig Trennmittel, Füllstoffe | Häufig Trennmittel, Füllstoffe |
| Vegane Kaps |
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